4 jugendliche Freunde

Eltern

Ob Fernsehverbot, Hausarrest oder Taschengeldkürzung: Den Satz „Wir wollen nur dein Bestes“ kannst du manchmal nicht so recht glauben. Aber warum denken Eltern, dass sie alles besser wüssten? Verstehe deine Eltern … mit unserem kleinen Eltern-Wörterbuch.

Eltern waren auch mal jung

Vater schimpft mit Tochter

Natürlich weißt du, dass deine Eltern auch mal jung waren. Dabei stehen die Chancen gut, dass sie dir sogar recht ähnlich waren: Sie wollten lieber ausschlafen als in die Schule und Eis essen statt das Zimmer aufzuräumen. Jetzt möchten sie, dass du von ihren Erfahrungen profitierst anstatt dieselben Fehler zu machen.

Was Eltern wissen, aber manchmal nicht wahrhaben wollen, ist, dass man manche Erfahrungen selbst machen muss. Danach ist man meist klüger als nach vielen klugen Ratschlägen. Bevor du dich also darüber aufregst, dass deine Eltern dir Entscheidungen abnehmen, probiere mit ihnen darüber zu reden und bitte sie, dir etwas mehr Freiraum zu geben.

Eltern sind nicht nur Eltern

Sie kriegen schlechte Laune, werden ungeduldig oder können manches nicht sofort nachvollziehen. Eltern haben neben ihrer Elternrolle noch viele andere Facetten in ihren Persönlichkeiten. Versuche doch einmal, sie durch die Augen eines Außenstehenden kennenzulernen z. B. durch die eines Freundes deiner Eltern.

Übersetzung Jugendlicher-Eltern

Hast du manchmal das Gefühl, dass in der Kommunikation mit deinen Eltern etwas gehörig schiefläuft? Unsere Übersetzung zeigt, wie deine Botschaften bei deinen Eltern ankommen können.

Jugendlicher Eltern
„Mama, ich will diesen Sommer nicht mit dir, sondern lieber mit Freunden verreisen.“ „Ach du Schande. Ihm/Ihr gefällt´s mit mir nicht mehr. Werde ich zu alt und langweilig? Aber vor allem: Mit Freunden, die ähnlich verrückte Ideen haben? Wer passt denn dann auf ihn/sie auf?“
„Ich gehe heute Abend weg. Ich komme vielleicht erst morgen Früh wieder.“ „Hoffentlich passiert ihm/ihr nichts! Wer weiß schon, was die treiben, wenn sie alleine unterwegs sind! Ich hätte gute Lust ihm/ihr das Ausgehen zu verbieten!“
„Ich bin mit ein paar Freunden unterwegs. Wer das ist? Die kennst du nicht.“ „Er/Sie ist bestimmt in den falschen Freundeskreis geraten, wenn er/sie mir nicht mal erzählen will, wer das ist!“
„Nach der Schule mache ich erstmal ein Jahr Pause und gehe auf Reisen.“ „Er/Sie hat überhaupt keine Ambitionen und noch von keinem Plan erzählt. Und wer soll das Jahr auf Reisen bitte bezahlen?“
„Die letzten beiden Stunden sind ausgefallen.“ „Es ist doch nicht möglich, dass in letzter Zeit so viele Stunden ausfallen. Bestimmt schwänzt er/sie. Ich muss dringend mal Kontakt mit seinem/ihrem Lehrer aufnehmen.“
„Ich habe keinen Hunger“ „Ist er/sie vielleicht magersüchtig? Oder geht er/sie heimlich zu McDonalds, obwohl ich das verboten habe?“

Etwas zurückgeben

Familie am Frühstückstisch

Kinder zu bekommen, bedeutet, sich in vielen Bereichen selbst zurückzunehmen: Den sicheren Job annehmen statt den Traum zu verfolgen, ständig nachts aufstehen, zu Hause zu bleiben anstatt auszugehen. Eltern bereuen in der Regel nicht, dass sie viel für dich geleistet haben. Sie fordern dafür keine Gegenleistung. Das Schöne daran ist, dass sie sich dann umso mehr darüber freuen, wenn man zeigt, dass man das, was sie für einen tun, zu schätzen weiß und ihnen eine Freude macht. Es muss nicht immer gleich ein teures Geschenk sein: Kleine und beständige Gesten, wie viel im Haushalt zu helfen oder am Wochenende ein leckeres Frühstück zu machen, sind eine gute Möglichkeit, den Eltern etwas zurückzugeben.

Ein Artikel von Benjamin Klepper