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Körperkult

Es ist gerade mal ein paar Jahrzehnte her, dass lediglich Seemänner und brummige Fernfahrer ihre Körper mit Tätowierungen schmückten. Heute sieht das ganz anders aus.

Körperkult – Tattoos und Piercings

Frau mit Tattoo auf Rücken

Tattoos und Piercings liegen voll im Trend – sind in jedem Straßencafé und jeder Eisdiele zu bewundern.
Allerdings ist die Verzierung zunächst mal mit einer guten Portion Schmerz verbunden, auf die viele lieber verzichten. Wer sich dennoch für den trendigen Körperschmuck entscheidet, sollte auf keinen Fall gleich in die nächste Tattoo-Bude rennen. Denn oft kommt es bei unprofessionellen Tätowierern und Piercern zu Verletzungen oder Entzündungen.
Eine Bremer Krankenhausstudie hat herausgefunden, dass bei fast jedem fünften Gepiercten Entzündungen oder Allergien entstehen.

Oberstes Gebot: Hygiene!

Tattoo wird gestochen

Ein sauberer Laden ist das A und O! Mit prüfenden Blicken kann man schon bei einem Besuch vor der „Schönheits-OP‟ so manches bezüglich der Professionalität des Tätowierers erkennen. Überquellende Aschenbecher und im ganzen Raum verteilte leere Gläser verheißen nichts Gutes. Außerdem sollten unbedingt die Auflagen der Gesundheitsämter erfüllt sein.
Ist der Tattoo-Meister nicht besonders auskunftswillig, hat er entweder nicht das richtige Knowhow oder etwas zu verbergen! Also ... nichts wie raus aus dem Laden!

Auch die Instrumente sprechen Bände darüber, ob es sich um einen Szenetreffpunkt oder ein gutes Studio handelt. Sie müssen auf jeden Fall gündlich sterilisiert worden sein. Noch besser ist die Verwendung von Einweginstrumenten. Das gleiche gilt für Piercings: „In einigen Läden werden die Schmuckstücke bloß in Alkohol eingelegt‟, sagt Torger Wiens, nebenberuflicher Piercer bei „Fear City‟ in Hamburg. Er selbst nimmt die Sache ernster: Erst einmal reinigt er den Piercing-Schmuck per Ultraschall, um ihn dann steril verpacken zu können.

Achtung: Allergien!
EU-Richtlinien legen sogar fest, dass Piercing-Schmuck nur aus Titan hergestellt werden darf. Egal, um welche der inzwischen unzähligen Formen und Größen es sich handelt. „Aber daran halten sich viele Kollegen nicht und benutzen lieber billigen Stahl‟, sagt Wiens. Und der wiederum kann zu allergischen Reaktionen führen.

Vorsicht heißt es auch vor azo- und polyzyklischen Verbindungen. Sie kommen als organische Farbstoffe beim Tätowieren vor. Es kann nicht nur zu Allergien kommen, sondern auch zu Schwellungen und tumorähnlichen Knoten. Israelische Ärzte haben sogar chronische Schrumpfungen der Arm- und Schultermuskulatur bei tätowierten Männern gesehen. Sie erklären dies als Reaktion auf Entzündungen oder toxische Effekte.

Wer sich ein Tattoo wünscht, sollte sich außerdem Gedanken über die Größe machen. Je kleiner, desto unauffälliger – und desto leichter kann es auch später wieder entfernt werden. „Irgendwann wollen die meisten ihre Tätowierung wieder loswerden – bei einer Ganzkörper-Bemalung kaum möglich.‟, so Dankwarth. Auch ist die Laserentfernung nicht ganz billig: Im Schnitt liegt sie bei 1530 Euro. Und natürlich gilt auch hier wieder: Ohne Fachmann sollte nichts unternommen werden!
Wer sich von vornherein für ein „Kurzzeit-Tattoo‟ entscheidet, hat seit einiger Zeit die Möglichkeit eines so genannten Bio-Tattoos. Hier dringt die Tätowier-Nadel nur etwa 0,04 bis 0,08 Millimeter tief in die zweite Schicht der Oberhaut ein. Durch das natürliche Schuppen der Haut verblasst das Bio-Tattoo nach einiger Zeit und ist nach drei bis sieben Jahren überhaupt nicht mehr zu sehen.

Pflegetipps für Tattoos

  • Reibe das Tattoo morgens und abends dünn mit Wundsalbe ein!
  • Meide Sonneneinstrahlung, Chlor- und Salzwasser!
  • Verzichte auf Vollbäder und Saunabesuche!
  • Lass die Kruste in Ruhe abheilen!

Pflegetipps für Piercings

  • Reinige das Piercing im ersten Monat viermal täglich mit einem Antiseptikum und trage nach dem Trocknen eine Heilsalbe auf!
  • Verkneif dir drei Wochen lang Sport, Sauna, Solarium und Vollbäder!
  • Bei Zungenpiercings solltest du mit heißen, stark gewürzten oder sauren Speisen aufpassen!
  • Behandle deine Zunge dreimal täglich mit Kamillenspülung!